Über den Wolken

Ja, tatsächlich: Wir sitzen gerade am Turkuer Flughafen, warten und profitieren vom "free wireless internet" hier. Unser Flug geht in knapp zwei Stunden, aber wir wollten "ein bisschen" früher hier sein, um notfalls noch Gepäckstücke umzuschichten, zu verteilen oder gar zu entsorgen. All diese Bemühungen waren aber unbegründet: Keine von uns hat Übergepäck! Es kann allerdings nur daran liegen, dass die hier anders geeichte Waagen haben, denn logisch wäre das sonst nicht. Wobei ich persönlich gerne glauben würde, dass das nicht der Fall ist, sonst würde das nämlich bedeuten, ich hätte rund 4 Kilo eingekauft...

Egal, hauptsache, wir müssen kein Übergepäck bezahlen. Da schwitzt man dann auch gerne mal ein bisschen während der Reise, nicht wahr?

Das ist quasi der positive Aspekt dieses Morgens. Der negative: Wir haben Lu verabschiedet...Oh man, die fehlt jetzt schon. Wir haben sie schon versucht zu überreden Deutsch zu lernen und dann ihren Master bei uns zu machen, aber irgendwie zieht sie nicht mit. Ein Besuch in Bratislava steht aber auf jeden Fall auf meiner ToDo-Liste und ein Come-together vermutlich in Berlin auch.

So, und jetzt drückt mal alle die Daumen, dass unsere kleine Klappermaschine nicht abstürzt, es vielleicht dieses Mal was zu Essen im Flugzeug gibt, ich keine Probleme mit dem Zoll bekomme aufgrund meiner Schokoladenmenge, die den Eigenbedarf überschreiten könnte und nicht wieder ertaube nach der Landung. Um 17 Uhr sin' mer wieder da.

 

1 Kommentar Ina am 10.10.09 10:07, kommentieren

Abschiednehmen von Finnland

Seit einigen Tagen nehmen wir bereits langsam Abschied von unserem finnischen Leben hier: am Mittwoch haben wir bei einem Kaffee im Café Art Goodbye zu einigen unserer Kommilitonen Goodbye gesagt, zu Winifrey, Laetita und Katharina, die zur Zeit in St. Petersburg weilen. Gestern nach einem sonnigen Rumgeliege auf dem Steg haben wir uns auch von Ayla und ihrem Freund verabschiedet, die nun auf dem Weg nach Stockholm sind. Gestern abend war dann die „hochoffizielle“ Goodbye-Party im Dynamo, die von Cultural Management-Studenten organisiert wurde. Auf dieser H1N1-Party inklusive mehreren Finninnen in Pigs-Costumes () und Tamiflu-Cocktails wurden wir von Grant (unserem teacher) mit Moomin-Cups verabschiedet. Nachts standen dann eine Reihe von Umarmungen und Einladungsbekundungen nach Stuttgart an. Wir werden die Finnen echt vermissen! Zur Zeit laufen die Planungen für die EIGENTLICHE Goodbye-Party. Jean steht bereits seit Stunden mit seiner Ex-Freundin in der Küche, bruzelt an Quiche und Basilikum-Wein oder so; während wir hier mit Kofferpacken beschäftigt sind. Lu hat heute außerdem Besuch von 3 slowakischen Freundinnen bekommen. Zusätzlich zu 3 finnischen Jungs, die später noch kommen, gibt das wohl ein full house. Dann wollen wir bei Wein, Cider, Quiche, Käse, Trauben und Chips zusammensitzen, quatschen und blooooooß nicht an morgen denken. Dann wird es nämlich besonders schwer; wenn wir von Lu Abschied nehmen müssen. Denn wir haben sie ganz doll ins Herz geschlossen. Wie eine kleine Schwester ist sie für mich. Sowieso müssen wir uns ab morgen wieder umstellen und umgewöhnen: Nicht nur, dass es jetzt nicht mehr um 11 Uhr Lunch geben wird; nein – auch die Tatsache, dass wir in Zukunft wieder ein alleiniges Zimmer haben werden, dass u.U. niemand zum Frühstück da ist und man einen Großteil der Zeit alleine in der Wohnung sein wird – all dies erfordert eine enorme Umgewöhnung. Ich werde es jedenfalls schmerzlich vermissen, weil ich diese Geselligkeit hier unheimlich schön fand!! Die Mädels sind einfach toll. – Die Zeit mit euch war toll!! Danke!

Und bevor ich jetzt sentimental werde, gehe ich lieber mal runter in die Küche und schaue mal was es da so gibt….

1 Kommentar Milena am 9.10.09 20:11, kommentieren

Die Stadt ist heute wie ein Song...

...denn ich bin voll mit Erinnerung.

 

Ina am 9.10.09 18:52, kommentieren

"The King of Elks" - eine Eigenproduktion im heimischen Harjattula

Jaja, wozu führen tägliche anderthalbstündige Busfahrten durch die finnische Wildnis? Genau: Zu Kreativität.

Die heutige Busfahrt mit Ina diente der Ausarbeitung eines neuen Musicals oder zumindest dem Beginn eines solchen. Hauptdarsteller: Mr. Finnelch, der eigentlich ein Souvenir für Inas Mum sein soll. In Kombination mit Ingas Schaf, ein Geburtstagsgeschenk von Lu, war das Duett perfekt. Zuhause angekommen ging es an die Gestaltung des Bühnenbildes: Schneekulisse und Farn - sowie an die Ausarbeitung einer Choreographie: ein bisschen Breakdance, ein bisschen Wippen und so weiter und so fort. Und das Ganze natürlich zu typisch finnischer Reggae-Musik: Maasta Maahan von Raapana.

Letztendlich ergab dies: The King of Elks - eine Eigenproduktion im finnischen Harjattula. 

Wir hatten jedenfalls eine Menge Spaß bei der Produktion und haben unser Zwerchfell ganz schön strapaziert.  Wir liiiiiiieben einfach Elche


 

Milena am 7.10.09 20:35, kommentieren

Ein Tag des Nehmens und Gebens

Gott sei Dank haben wir heute kräftig Frühstück zu uns genommen. In der Arbeit haben Milena und ich nämlich ordentlich Nerven gelassen, nachdem unsere Chefin genau bis 1 Minute vor 16 Uhr (Arbeitsende) auf sich hat warten lassen. Dann aber hat sie uns unsere Praktikumsbestätigungen gegeben und damit unseren Abschied eingeläutet.

Dazwischen hatten wir Mittagspause (ja, Pause von was eigentlich?), in der wir die Sandwiches verspeißt haben, die von der heutigen Pressekonferenz übrig waren und uns angeboten wurden. Wir haben einen kurzen Abstecher ins Einkaufscenter (Hansa) gemacht und dort hat mir eine als Krankenschwester verkleidete Frau ein Desinfektionsmittel (!!) sowie einen Infozettel in die Hand gedrückt. Jetzt VERSCHENKEN die das Zeug schon auf der Straße! Das ist der totale Wahn. Als Ausländer sind wir hier per se eigentlich potenzielle Gefahrenquellen, wir könnten ja den H1N1-Virus einschleppen, dafür behandelt man uns sehr freundlich, vielleicht ist dem finnischen Schweinegrippe- FBI dieser Gedanke noch nicht gekommen. Gut, dass ich jetzt gegen alle Gefahren gewappnet bin mit meinem komfortablen Desinfektionsmittel für zwischendurch mit dem angenehmen Kloreiniger-Zitronenduft! Milena hat sich auf diese hygienische Überraschung hin erstmal mit nem Mini-Pehmis beschenkt. Für ne Mega-Pussy Chips hat unser Hunger nicht gereicht (ich hatte gehofft, diese zwei Worte noch irgendwann in diesem Blog unterbringen zu können. Danke Milena, dass du dir das heute gegönnt hast).

 

Nach der 30- sekündigen, endgültigen Turbo-Verabschiedung unserer Chefin, die eine Umarmung, zwei Anstecknadeln, 4 Reflektoren und ein großes Lob mit sich gebracht hat, sind wir alle zusammen mit Ayla und Lu in ein Cafe und ich hab mich mit nem Stückchen Kuchen beschenkt und wir alle haben uns in ein süßes Finnen-Baby am Nachbarstisch verliebt, das heftig mit uns geflirtet hat.

Lu, Inga und Caro haben sich abends dann noch ein Jazz-Konzert in Turku gegeben und ich nehm mir bald ne Mütze voll Schlaf.

1 Kommentar Ina am 6.10.09 22:21, kommentieren

Konfrontationstherapie, Kreativwirtschaft und Klausurergebnisse

Heute war die letzte Gelegenheit, um in die Sauna zu gehen. Das heißt, die letzte Gelegenheit mich mit meiner nicht übermäßigen, aber doch vorhandenen Angst vor der Kombination "wenig Platz und viele Menschen" auseinanderzusetzen. Ich muss zugeben, ich war schon zwei oder drei Mal in der Sauna, das ist aber schon fast 10 Jahre her und die Erinnerungen daran sind nicht soo gut. Also hab ich mich mit den Mädls aufgemacht zu unserem Saunahaus in Harjattula. Um gleich voll auf Konfrontation zu gehen, waren auch noch mehrere Finninen da, die aber- gott oder wem auch immer sei Dank -die Sauna geräumt haben als wir rein sind. Gut, viel gibts dann nicht zu sagen: Es war heiß, es war eng, aber ich hab keine Panik bekommen. Sauna geht also gut in Zukunft, zumindest solange sich nicht zuviele Menschen darin aufhalten und ne Glastür is auch nicht abträglich. Nach drei Runden Sauna und Pool hatte ich Hunger wie Sau und heute Abend haben wir uns ganz gemütlich was gekocht, Fotos ausgetauscht und chillen in unseren Betten. So mag ich das.

Achja, dann hatten wir heute noch ein Treffen mit einer Projektleiterin bei einem Unternehmen für Kreativwirtschaft in Turku. Dieses Unternehmen wurde auf Initiative der Humak Uni gegründet und unterstützt Kunst-und Kulturschaffende bei der Existenzgründung und vollzieht auch selbst einige Kulturprojekte. Die Frauen da waren sehr nett und hätten uns auch gleich gern in ein Praktikum oder ähnliches eingespannt. 

Danach hatten wir unsere allerletzte Finnisch-Stunde und haben unsere Finnischklausur zurückbekommen. Wir haben alle vier eine 5. Ja, man könnte da jetzt nen unlustigen Witz drüber machen, aber es ist schlichtweg das Notensystem in Finnland, in welchem eine 5 die beste Note ist.

2 Kommentare Ina am 5.10.09 21:25, kommentieren

Salmiakki-Nächte im Dynamo mit der Waschmaschinen-Connection

Es war wieder mal so weit (genauer gesagt zum zweiten Mal in 6 Wochen): The German girls go party! Unser Ziel dieses Samstags war das "Dynamo", in dem eigentlich eine finnische HipHop-Party stattfinden sollte. Nachdem wir lecker Pirohy von Lu gegessen haben, das Umstyling in der Zauberkugel vollzogen und uns einen Aufwärm-Cider(bei Milena wars ein Bacardi Breezer, ja,sie findet das erwähnenswert) gegönnt haben, sind wir mit dem Bus gen Turku gefahren. Mit an Bord: Eine Fraktion der Waschmaschinen-Connection, unsere Bekanntschaften aus dem Waschhaus. Eben jene, in vollständiger Truppe, haben wir dann auch wieder im Dynamo getroffen. Die Party fing langsam an, steigerte sich aber stetig. Ab 1 Uhr hat die Hütte gebrannt. Inzwischen kennt man doch schon die eine oder andere Person. Vor allem allerdings Erasmus-Studenten, unsere finnischen Komilitonen haben uns im Stich gelassen. Auf zwei Stockwerken gab es jeweils eine Bar und jeweils DJs, die Musik war munter zusammengestückelt und damit hatten vor allem die DJs ihren Spaß, die sich einen abgelacht haben hinter ihrem Computer.Wir haben munter gedanct, getrunken und uns todesmutig einen Salmiakki hinter die Binde gekippt. Salmiakki ist salziger Lakritzschnabbes/-schneppes. Naja, Geschmackssache, Inga fand ihn ganz gut. Auch unsere deutsch-österreichisch-slowakisch-schwedische-mexikanische- französische-holländische Crew war vollständig am Start. Wir haben uns miteinander amused und schließlich noch ein Tänzchen mit dem witzigsten aller Waschmaschinen-Menschen, Lauri (ja, hier heißt jeder Hans und Sepp Lauri), gewagt. Der dritte Streich folgt sogleich: Am Donnerstag steigt die Schweinegrippe-Party unserer Uni, ebenfalls im Dynamo, mit spezieller German-Girls-Verabschiedung. Wir sind gespannt. Der erste Bus fährt um 5.25 Uhr. Das wird lustig!

Ina am 5.10.09 16:16, kommentieren